Chorreise 2018

1.Tag

Am Samstagmorgen früh treffen sich 20 aufgestellte Frauen
und wollen ein Wochenende tüchtig auf den Putz hauen.

Im Zug wird weiter geschwatzt und gelacht
bis in Bellinzona ein Halt wird gemacht.

Es herrscht ein Markttreiben mit vielen feinen Sachen
und auch Fotos nach Mass müssen wir machen.

Weiter geht die Fahrt nach Locarno mit Spass
und wir wurden überhaupt nicht nass.

Im Hotel Ibis beziehen wir gemütliche Zimmer,
aber bleiben wollen wir trotzdem nicht für immer.

 

Kaum angekommen, ging‘s gleich weiter,
die Stimmung war ausgelassen und heiter.
Auf dem Weg zum Sacramonte,
Frau sich ein Gelato kaufen konnte.
 
Der Bähnler hielte in der Streckenmitte,
aber nur nach einer netten Bitte,
ansonsten fuhr das Funicolare an der Station vorbei.
Barbara und Yvonne schrien entsetzt: „Oh, nei!“
 
Madonna del Sasso, welch ein Entzücken,
Konnte durch ihre Erscheinung einen Mönch beglücken!
Auch die Chorfrauen kamen ob der Pracht ins Staunen,
durch die Kirche ging ein Raunen.
 
Uns der Guide durch Fachwissen beeindrucken konnte,
auf diesem wunderbaren Sacramonte.
Die Fotojägerinnen rannten bald rauf und runter.
Sie waren am Abend nicht mehr munter.
 
Auf der Piazza fühlten sich dann alle wohl,
bei Eistee, Bier und Apérol.
Nur Yvonne M. und Jackie Sieder
sah man erst im Hotel wieder.
 
Das Essen im Hotel war gemütlich,
alle taten sich am Büffet gütlich.
Ein kurzer Spaziergang musste noch sein,
ein Schlummertrunk passte immer rein.
 
Zum Frühstück sahen wir uns alle wieder,
ausgeruht waren unsere Glieder.
Frisch gestärkt – bei Sonnenschein –
trafen wir am Bahnhof ein.
 

2.Tag

Arrivederci Locarno hiess es um neun-
Che sorpresa: ein Wagen erster Klasse sollte es sein !
Ab Bellinzona wussten wir warum,
Mit Panorama fuhren wir ums Chileli von Wassen herum.
Dabei unterhielt uns René, der charmante Zugbegleiter,
für den Gesang sorgten wir und waren heiter.
 
In Flüelen stiegen wir um auf den Raddampfer Uri,
wo wir im schönen 1. Klassesaal sassen – und assen.
Auf der Fahrt nach Luzern beschäftigten uns Fragen wie :
« Was chönnt s Durchschnittsalter vo de Chorfraue sii? »
Bei der Einfahrt in den Hafen blies der Wind etwas klamm,
wir waren guter Dinge und gespannt auf das weitere Programm

 
In Luzern wurden die wärmeren Jacken angezogen, denn der Wetterbericht hatte uns leider nicht belogen….
Unser nächster Höhepunkt war eine Stadtführung durch die schöne Stadt Luzern.
Es war aber nicht irgendeine Stadtführung nein, wir wurden direkt ins Mittelalter versetzt.
Galgenfrist!! – Todesstrafe!!!


Quälen mit Daumen und Zehenschraube, Zungenreisserzangen, Folterbirnen im Mund, Streckbank und natürlich die Guillotine.
ACHTUNG!!! Ich höre schon das Glöckchen, der Scharfrichter kommt, in blau weiss gekleidet.
Er foltert und führt die Todesstrafe aus aber in der Nacht ist er Arzt und flickt die Körper der Misshandelten zusammen.
Auf dem Platz neben dem Rathaus steht der Lindenbaum mit dem öffentlichen Pranger, daneben die Apotheke die Medizin aus Menschen verkauft…
Wer steht als nächstes singend auf dem Schafott??
Jacob Mattmann ein Taugenichts oder etwa ein Kind, eine geschwätzige Frau , welche als Hexe bezeichnet wurde???
Oder doch Hans Hegerheid der 3mal gestohlen hatte und darum zunächst gewässert wurde in der Reuss!
Die Hinrichtung ist vorbei!
Der Scharfrichter verkauft das Blut in der Nacht und abgeschnittene Gliedmassen als Glücksbringer.
Endlich 1942, die Todesstrafe wird abgeschafft, leider hatte Hans Vollenweider kein Glück, er wurde 1940 als letzter durch die Guillotine hingerichtet.
Zum Glück sind wir wieder in der Gegenwart!!
Doch auch das umgebaute Gefängnis Barabas, das nun ein Hotel ist lädt uns nicht ein zum Verweilen!!


Auch für uns ist nach dieser Stadtführung klar:
Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt!
Müde und zufrieden nach einem gelungen 2 tägigem Ausflug, fahren alle mit dem Zug heim. Wir danken Teresa und Nicole für die tolle Organisation.